Bericht von Anni Preiner, Purbach (Burgenland)

Mitte April bis Mai 2007 war ich mit Günter Hainzl in Senegal. M´Balling ist für mich der Inbegriff von Wärme und Menschlichkeit, von Herzlichkeit und Freude, trotz der Armut und der widrigen Lebensumstände die dort herrschen. Noch nie habe ich so viele positive Energie nach Hause gebracht, wie aus dieser Zeit auf der Leprastation. Man gibt – aber man erhält von diesen Menschen noch viel, viel mehr zurück. Keine materiellen Werte, aber etwas, was in unserer heutigen Zeit immer weniger wird – Menschlichkeit, Zufriedenheit, strahlende Kinderaugen, ein Lächeln, das ans Herz geht, kranke Menschen die durch eine Umarmung Kraft geben, die unbekümmert für ein Foto stillstehen, obwohl sie von Lepra entstellt oder durch Amputation behindert sind (ein Pickel im Gesicht zählt bei uns bereits zu den Katastrophen des Lebens).

Eines frühen Morgens machten Günter und ich einen Spaziergang am Strand von Tripano. Der Strand, der sonst um diese Zeit relativ sauber ist, war übersät von toten Fischen. Diese (etwa in der Größe einer schönen Forelle) werden von den EU- Fangflotten zurück ins Meer geworfen da sie nicht der „Norm“ entsprechen. Nach einem oder zwei Tagen werden sie angespült. Dass sie jetzt nicht mehr ganz frisch sind liegt auf der Hand – und trotzdem kommt mir eine Frau mit einem Kübel entgegen und sammelt genau diese Fische auf um sie zu kochen.

Ein Besuch in Darou Salam. Die „Straße“ ist eine Sandpiste, die irgendwann in enge Gassen übergeht. Manchmal ist es so eng, dass man reversieren muss um weiterzukommen. Menschen sitzen vor den Häusern. Sie erheben sich, damit wir mit dem Auto in die nächste Kurve kommen. Nach wenigen Metern Müll und Unrat wohin man schaut. Mittendrin spielende Kinder, Familienleben, das tägliche Leben dieser Menschen. Wir fahren im wahrsten Sinn des Wortes über eine „Müllhalde“ und haben prompt einen „Platten“. Kein Problem, mit Ruhe und Gelassenheit wird von zwei Männern der Reifen gewechselt. Wir werden zu „ataya“ – dem traditionellen Tee – eingeladen und genießen die Gastfreundschaft dieser Menschen. Nach einem wunderschönen Tag fahren wir nach Hause und freuen uns auf den nächsten Besuch bei unseren Freunden.

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