Bericht von Günter Hainzl, November 2005

Die Zusammensetzung der Begleiter brachte schon eine Schwerpunktsetzung der Aktivitäten mit sich: Die Anwesenheit von Wilma, der französisch sprechenden Beate Piper und dem Fotograf Franz Lahmer ermöglichte die längst fällige Aktualisierung der Patenschaften. Franz machte von allen Patenkindern Fotos, Wilma hat mit Beates Hilfe die aktuellen Daten erfasst. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, dass im Laufe der 3 Wochen eine Vielzahl erstklassiger Fotos entstanden ist. Pankraz Rendl hat die rauen Flächen der gemauerten Verkaufstische in der Markthalle mit Keramikfliesen versehen und damit einen Beitrag zur Hygiene geleistet.

Insgesamt war der Aufenthalt geprägt von den Folgen einer außergewöhnlich niederschlagsreichen Regenzeit. Noch am 20.Oktober (ein Monat nach der üblichen Regenzeit) ging ein schweres Gewitter nieder. Zahlreiche Häuser aus Banko (ungebrannter Lehm) sind eingestürzt und die Malaria hat die ganze Region schwer getroffen. In der Verbandstation wurden im Schichtbetrieb Infusionen verabreicht- dennoch sind zahlreichen Menschen -darunter auch ein Patenkind – verstorben.

Folgende größere Projekte wurden finanziert:

  • Bau von 7 neuen Betonhäusern
  • Bau von 5 Toiletten
  • Kauf großer Mengen von Malariamedikamenten
  • Fertigstellung und Sanierung zahlreicher unvollendeter und baufälliger Häuser
  • Beginn der Bauarbeiten der Hühnerfarm
  • Kapitalaufstockung einer eigenverwalteten Sparkasse der Frauen in Darou Salam (die Hälfte in Form eines rückzahlbaren Kredites)
  • Errichtung einer Tankstelle für die Fischer M´Ballings (die Hälfte der Bausumme in Form eines rückzahlbaren Kredites)
  • Kauf von Fischereinetzen
  • Jährliche Nahrungsmittelverteilung in Darou Salam

Neben den schweren Folgen der Wetterkapriolen machte sich auch ein dramatischer Rückgang der Fischereierträge bemerkbar. Die Fangerträge der traditionellen Fischer haben sich fast halbiert, aber auch die Erträge der internationalen Fangflotten sind so stark eingebrochen, dass die Fischverarbeitungsbetriebe zusperren mussten, die sich in direkter Nachbarschaft M´Ballings angesiedelt haben. Dadurch sind auch viele Arbeitsplätze verloren gegangen (eine Thunfischfabrik, die an die 80 Frauen über 6-7 Monate pro Jahr beschäftigte, konnte dieses Jahr nicht aufsperren).

Sehr positive Ergebnisse zeigten die Investitionen der letzten Jahre in die Mikrounternehmen; Tischler, Kleinhändler, Reifenflicker etc. konnten den Geschäftserfolg erheblich vergrößern.

Vom Verein der Jugend M´Ballings wurde eine Kalkulation des Cyber-Projektes erstellt, das schon im März vom Direktor der école materielle angeregt wurde.

Auf Ersuchen der Salzburger Freunde, die im März im Senegal waren, wurde auch die Untersuchung und evtl. Behandlung eines taubstummen Mädchens in die Wege geleitet. Ein namhafter Betrag wurde bereits von den Salzburgern bezahlt.

In Darou Salam wurde der Betrieb der Gasverteilung überprüft und in Ordnung befunden. Die Entwicklung dieses Stadtteil M´Bour’s macht mir große Sorge, da kaum Anzeichen einer Verbesserung der Situation sichtbar sind.

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