Häufig gestellte Fragen?

Warum ist die Unterstützung durch die „Leprahilfe Senegal“ und die Partnerorganisationen „Wissen macht stark“ und „3. Welt Verein Goldegg“ so notwendig?

In den 1950-er Jahren wurden vom Staat Senegal (damals noch eine französische Kolonie) Grund und Boden für die Ansiedlung von Leprakranken und deren Familien zur Verfügung gestellt. Weitere Unterstützung seitens des Staates für die Schaffung von Wohnraum, Infrastruktur und Sozialversorgung fehlten.

Für Arbeitslose und selbständig Erwerbstätige wie Fischer, Händler, Handwerker, Bauern oder Bauarbeiter und deren Angehörige gibt es auch heute noch keine Sozialleistungen. Es gibt keine Kranken- oder Arbeitslosenversicherung und keinerlei Altersvorsorge. Die Arbeitslosigkeit, besonders in einem Lepradorf, in dem viele arbeitsunfähige Menschen leben,  ist sehr hoch und vielen Familien fehlt es am Nötigsten: Grundnahrungsmittel, Wasser, Behausungen und die nötigen Mittel zur Ausbildung der Kinder. Hier setzten die Tätigkeiten der „Leprahilfe Senegal“ (Link zu historischem Rückblick)  und ihrer Partnerorganisationen ein. Einige Beispiele für die Aktivitäten der „Leprahilfe Senegal“:

  • Die Leprahilfe unterhält seit vielen Jahren mitten im Dorf MBalling ein Zentrum. In diesem Zentrum sind fünf MitarbeiterInnen beschäftigt. Es wird von der Sozialarbeiterin NDeye geleitet. Drei Frauen sind in der Gemeinschaftsküche beschäftigt, ein Eselfahrer führt Mahlzeiten aus der Küche aus und ein Schneidermeister leitet die Ausbildungsstätte für Schneiderinnen. Die Leprahilfe sorgt für die laufenden Kosten der Erhaltung des Zentrums und für die Gehälter dieser MitarbeiterInnen.
  • Schaffung und Erhaltung von Wohnraum. Bisher wurden mehr als 300 Häuser gebaut, viele Häuser und Dächer repariert
  • Errichtung und Ausstattung von Schulklassen – 2013/2014 finanzierte unser Partnerverein „Wissen macht stark“ acht neue Klassen für die Mittelschule. Für das Jahr 2015 plant die Leprahilfe Reparaturarbeiten und Zubauten zur Grundschule
  • Ausbau und Erhaltung eines Kindergartens – vorwiegend finanziert von unserem Partnerverein „3. Welt Verein Goldegg“
  • Gemeinschaftsküche, in der täglich ca. 200 Mahlzeiten für die Familien von Leprakranken gekocht werden
  • Errichtung einer Fischlagerhalle
  • Errichtung einer Krankenstation in Zusammenarbeit mit dem „3. Welt Verein Goldegg“
  • Errichtung und Erhaltung von Toiletten und Brunnen

Diese Aufzählung ist bei Weitem nicht vollständig, sondern soll nur einen Überblick über die vielfältigen Tätigkeiten der „Leprahilfe Senegal“ und ihrer Partnerorganisationen geben.

Wie werden die Patenkinder unterstützt?

  • Die Familien der Patenkinder erhalten monatlich 10.000 CFA (15 €) in bar. Das entspricht ca. 40 kg Reis, dem Grundnahrungsmittel der armen Bevölkerung. Einige wenige, ganz besonders bedürftige Familien, erhalten monatlich 15.000 CFA (ca. 22,5 €)
  • Weiteres werden aus den Patengeldern medizinische Versorgung und Medikamente für alle Patenkinder bezahlt
  • Die Patenfamilien haben Anspruch auf eine kostenlose warme Mahlzeit täglich aus der Gemeinschaftsküche. Dieses Angebot wird von vielen der Patenfamilien in Anspruch genommen.
  • Schulgelder, Kosten für Schuleinschreibungen, Prüfungsgebühren und Kosten für Berufsausbildungen etc. werden in Kooperation mit „Wissen macht stark“ übernommen
  • In der Vergangenheit konnten für viele der Patenfamilien Häuser und Toiletten gebaut oder repariert werden. Hier reichten die Patengelder natürlich nicht aus, sodass die Finanzierung über andere Spendengelder vorgenommen wurden. Wir hoffen, dass wir diese Bautätigkeiten für die Patenfamilien auch in Zukunft aufrecht erhalten können
  • Jugendliche, die Universitätsreife erlangen und studieren wollen, werden durch Übernahme der Wohnkosten am Studienort (zumeist Dakar) unterstützt
  • Manchmal werden Notaushilfen gewährt
  • Größere Anschaffungen (z. B. Matratzen) werden nach Maßgabe der verfügbaren Mittel finanziert

Wie werden die Unterstützungen ausbezahlt?

Die Barauszahlungen werden pünktlich am 5. jeden Monats von unserer Sozialarbeiterin NDeye ausbezahlt. Ein Elternteil oder eine Betreuungsperson kommt ins Zentrum und holt das Geld ab.

Kosten für medizinische Versorgung werden entweder von unseren MitarbeiterInnen, wenn sie vor Ort sind, oder von NDeye beglichen. Ebenso verhält es sich mit den Notaushilfen. Über größere Anschaffungen entscheiden ausschließlich unsere MitarbeiterInnen bei ihren Besuchen in M´Balling.

Kann ich mein Patenkind auch noch zusätzlich unterstützen?

Das wäre natürlich großartig! In den jährlichen Berichten wird auch immer wieder aufgeführt, welche elementaren Bedürfnisse der Familien nicht erfüllt sind. Wenn Sie sich an den Kosten beteiligen wollen, sind wir alle sehr dankbar. Ihre zusätzliche Spende wird dann genau und ohne irgendwelche Abzüge für den angegebenen Zweck verwendet. In der Vergangenheit haben PatInnen extra Mittel für Hausbauten, Dachreparaturen, Matratzen und Fischernetze zur Verfügung gestellt.

Wie werden die Patenkinder bzw. deren Familien ausgewählt?

M´Balling ist ein Dorf, das in den 1950-er Jahren von der senegalesischen Regierung gegründet wurde. Endlich konnten die Leprakranken im Kreise ihrer Familien leben und wurden nicht mehr vollkommen isoliert versorgt. Die Leprahilfe Senegal unterstützt

  • Kinder leprakranker, erwerbsunfähiger Eltern
  • Kinder mit besonderen Bedürfnissen (derzeit zwei Gehörlose, zwei mehrfach Behinderte, ein Mädchen mit verkrüppelten Händen, zwei intellektuell stark zurückgebliebene Kinder)
  • Waisenkinder
  • Kinder von erwerbslosen Eltern, bzw. Eltern deren Erwerbseinkommen für die Versorgung der Familie nicht ausreicht, wenn die Großeltern leprakrank sind und auch mitversorgt werden müssen.

Die Vorauswahl trifft unsere Sozialarbeiterin NDeye vor Ort. Unsere MitarbeiterInnen besuchen die Familien, nehmen die Daten auf und überzeugen sich von der Mittellosigkeit. Dann gehen unsere MitarbeiterInnen auf die Suche nach Paten.

Kann ich Kontakt zu meinem Patenkind aufnehmen?

Grundsätzlich erfahren die Familien unserer Patenkinder nicht, wer sie unterstützt. Diese Form der Anonymität soll verhindern, dass von den Patenfamilien Wünsche direkt an die Patinnen und Paten herangetragen werden.

Falls es von den Patinnen oder Paten gewünscht wird, heben wir diese Anonymität jedoch auch gerne auf, bringen den Kindern bei unseren Reisen Geschenke oder Briefe der Patinnen und Paten mit und vermitteln den Kontakt. Es kommt zwar selten vor – aber doch – dass in diesem Fall die Patinnen und Paten damit rechnen müssen, Bittschreiben oder dringende Bitten um zusätzliche Hilfe per Telefon zu erhalten.

Kann ich mein Patenkind besuchen?

Die Leprahilfe Senegal verfügt über ein Gästehaus in M´Balling und Patinnen und Paten sowie SpenderInnen sind herzlich eingeladen, mit unseren MitarbeiterInnen nach
M´Balling zu reisen. Die Reisen unserer MitarbeiterInnen finden gewöhnlich in den klimatisch günstigen Monaten März/April/Mai und Oktober/November/Dezember statt. Bitte wenden Sie sich an unsere MitarbeiterInnen, wenn Sie M´Balling besuchen möchten.

Wie erfahre ich, wie es meinem Patenkind geht?

Unsere MitarbeiterInnen reisen regelmäßig auf eigene Kosten in den Senegal. Einmal pro Jahr besucht eine unserer MitarbeiterInnen alle Patenfamilien und informiert sich über die Lebensumstände der Familien. Anschließend erhalten die Patinnen und Paten einen Bericht mit Fotos. Diese Berichte werden gewöhnlich im Jänner/Februar versendet.

Wann endet meine Patenschaft?

Grundsätzlich endet eine Patenschaft, wenn die Ausbildung des Patenkindes abgeschlossen ist und das Patenkind selbst für seinen/ihren Lebensunterhalt sorgen kann.

Die Patenschaft endet aber auch, wann immer Sie es beschließen. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie Ihre Patenschaft beenden wollen, damit wir rechtzeitig neu Paten für „Ihr“ Kind finden können.

Was ist eine „allgemeine Patenschaft“ – auch Patenschaft Typ 2 genannt?

Als „allgemeine Patinnen und Paten“ bezeichnen wir Patinnen und Paten, welche eine Mitverantwortung für alle unsere Patenkinder tragen möchten und denen kein Patenkind direkt zugeordnet ist. Mit diesen Patenschaftsbeiträgen unterstützen wir auch Kinder und Jugendliche in M´Balling, die keine Paten haben, aber dringend Hilfe benötigen.

Kann ich meine Beiträge von der Steuer absetzen?

Die „Leprahilfe Senegal“ erfüllt die Voraussetzungen des § 4a Abs. 2 Z. 3 lit. a bis c EStG und gehört daher zum begünstigten Empfängerkreis der „mildtätigen, Entwicklungs- und Katastrophenhilfe-Einrichtungen“. Ihre Spende ist daher steuerlich absetzbar.

Registrierungsnummer für das Finanzamt: SO 1498

Stand April 2014

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