Lepra (Aussatz) – Wie schütze ich mich davor?

von: Zentrum für Reisemedizin

Was ist Lepra ?
Lepra, im deutschen Sprachgebrauch auch als Aussatz bezeichnet, ist eine chronische Infektionskrankheit, die vor allem in tropischen Ländern auftritt. Ausgelöst durch das von Mensch zu Mensch übertragbare Bakterium Mycobakterium leprae kommt es zum Befall von Haut, Schleimhaut und Nervenzellen.

Da es aber um Lepra zu erwerben eines langzeitigen engen Kontakt mit einem Infizierten bedarf, spielt Lepra in der Reisemedizin kaum eine Rolle.
Mit einem Mythos aufgeräumt…
Viele Menschen verbinden mit Lepra Schreckensbilder von „abfaulenden“ Nasen, Armen oder Beinen.

Dem ist aber nicht so. Der wahre Grund, warum es in extremsten Fällen zu solch drastischen Erkrankungsfolgen kommen kann, ist der Verlust der Gefühlsempfindung, vor allem in den Extremitäten.

So auftretende massive Verletzungen und Verbrennungen, werden vom Erkrankten nicht als schmerzhaft empfunden und dadurch keinerlei ärztliche Hilfe in Anspruch genommen.

Die offenen Wunden stellen einen guten Nährboden für weitere Bakterien da, die sich bis hin zum Knochen ausbreiten können. Das ist der wahre Grund, der zum Verlust von Extremitäten führen kann.

Bei entsprechender medizinischer Behandlung und Versorgung der Wunden, besteht keine Gefahr für diese Spätfolgen.

Wie bekommt man Lepra?
Die einzige Infektionsquelle ist der an Lepra erkrankte Mensch.

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen den Lebensumständen und dem Auftreten der Erkrankung.

  • Schlechte Ernährung, schmutziges Wasser und beengte Wohnräume erhöhen das Risiko an Lepra zu erkranken.
  • Als Übertragungsweg gilt die Tröpfcheninfektion. Das heißt, einatmen der Bakterien über Nase oder Mund. Aber nur ein direkter, langzeitiger Körperkontakt, z. B. Zusammenleben mit einem Leprakranken, kann zu einer Übertragung führen.
  • Allerdings spielt die körpereigene Immunabwehr eine große Rolle: nur 5- 10 % der Menschen sind anfällig für Lepra.

Wo kann ich an Lepra erkranken?
Die Gefahr der Ansteckung besteht prinzipiell in den meisten armen Entwicklungsländern und während eines Aufenthalts in tropischen Ländern unter schlechten hygienischen Bedingungen.

Statistisch gesehen liegt Indien mit der Anzahl der Erkrankungen an der Spitze, gefolgt von Brasilien, Indonesien, Bangladesh und Nigeria.
Wie erkenne ich die ersten Symptome?
Die genaue Inkubationszeit, das heißt der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der ersten Beschwerden, ist unbekannt.Beobachtet wurden Variationsbreiten zwischen drei Monaten und 40 Jahren.

Erste Zeichen einer Lepraerkrankung sind:

  • Taubheitsgefühl in Fingern und/oder Füßen
  • Taub anfühlende, je nach Hauttyp hell oder dunkel gefärbte  Hautflecken

Weitere Folgen sind:
Die weitere Entwicklung der Erkrankung steht in Zusammenhang mit der Stärke des Immunsystems des Erkrankten.Bei schwachem Abwehrsystem des Organismus entwickelt sich die sogenannte leperomatöse Lepra.In der Folge kommt es zu:

  • starken Schwellungen, vor allem im Gesicht
  • Haarausfall
  • Erkrankung der inneren Organe.
  • Befall der Nervenzellen und dadurch Gefühllosigkeit

Wie stellt der Arzt die Diagnose Lepra?
I.) Mit Hilfe der typischen Beschwerden

  • Gefühllose Hautareale
  • schmerzlose Verbrennungs- und Verletzungswunden

nach Aufenthalt in Entwicklungsländern

  • verdickte Nervenstränge

II.) Und durch den Erregernachweis in Haut, Schleimhaut und peripheren Nerven des Erkrankten.

Wie schütze ich mich vor der Erkrankung?
Eine Schutzimpfung gegen Lepra gibt es nicht. Ein Grund dafür ist die Unmöglichkeit den Erreger im Labor zu züchten.In einigen Ländern scheint die Impfung gegen Tuberkulose mit dem Impfstoff BCG auch einen gewissen Schutz gegen Lepra zu verleihen.Die alleinige Immunprophylaxe mit BCG wurde in Burma, Uganda, Papua Neuguinea und Indien überprüft, und die Schutzwirkung als zu gering erachtet.Derzeit wird ein Impfstoff bestehend aus BCG plus dem abgetöteten Lepra-Bakterium überprüft.

Wie wird Lepra behandelt?
Bei rechtzeitiger Erkennung der Erkrankung kommt es zur kompletten Ausheilung der Lepra. Seit 1980 wird Lepra mit einer Kombinationstherapie aus drei verschiedenen Antibiotika erfolgreich behandelt.Die Einnahme der Medikamente ist über einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu einem Jahr notwendig, damit eine vollständige Abtötung der Erreger im Körper entsteht.Eine unterstützende Bewegungstherapie verhindert drohende Lähmungen.

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