Lepra – Ursachen, Krankheitsverlauf, Behandlung

Die Ursache der Lepra liegt in einem krankheitsauslösenden Erreger, der in der Bakteriologie als Bakterium Mycobakterium leprae bezeichnet wird.

Dieser Erreger ist mit dem Tuberkel Bakterium, dem Erreger der Tuberkulose verwandt. Die Menschen infizieren sich durch den stetigen Kontakt mit bereits erkrankten Personen. Angenommen wird, dass eine Schwächung des Immunsystems durch mangelhafte Ernährung, unzureichende hygienische Zustände und die eingeschränkte existenzielle Versorgung den Organismus für das Ausbrechen der Erkrankung empfänglich macht.

Das von infizierten Patienten ausgeschiedenen Sekret der Nase und die eitrigen Hautirritationen enthalten eine massive Menge an Lepra Bakterien. Der Kontakt ist aus diesem Grund enorm ansteckend. Offene Wunden auf der Hautoberfläche und die Aufnahme von Tröpfchen durch die Atemwege ermöglichen eine fast unbegrenzte Übertragung des Erregers der Lepra.

Wo kann ich an Lepra erkranken?
Die Gefahr der Ansteckung besteht prinzipiell in den meisten armen Entwicklungsländern und während eines Aufenthalts in tropischen Ländern unter schlechten hygienischen Bedingungen. Statistisch gesehen liegt Indien mit der Anzahl der Erkrankungen an der Spitze, gefolgt von Brasilien, Indonesien, Bangladesh und Nigeria.

Wie lange ist die Inkubationszeit?
Die genaue Inkubationszeit, das heißt der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der ersten Beschwerden, ist unbekannt. Beobachtet wurden Variationsbreiten zwischen drei Monaten und 40 Jahren.

Welche Symptome habe ich?
Die Symptome und Beschwerden bei Lepra sind sehr unterschiedlich und mannigfaltig. Am sichtbarsten sind natürlich die Symptome rund um das Gesicht. Eines der ersten Symptome zeichnet sich in Form von Taubheitsgefühlen im Sinne von taktilen Gefühlsstörungen aus. Im weiteren Verlauf kommt es zu typischen Hautflecken, die je nach Hauttyp dunkler oder heller in Erscheinung treten können.

Typische Symptome der lepromatösen Lepra sind bakteriell infizierte Knoten durch Leprome in der Haut. Hierbei kommt es dann zu den bekannten Verstümmelungen und Narben oder ganzen Verlusten von einzelnen Körperteilen. In späteren Stadien können auch innere Organe von der Krankheit befallen sein, sodass es ohne Behandlung zu einer Verkrüppelung des Betroffenen kommt. Diese werden häufig auch von Lähmungserscheinungen begleitet.

Bei der tuberkulösen Lepra sind die Beschwerden und Krankheitsmerkmale eher örtlich begrenzt. Häufig entstehen Verfärbungen der Haut in Form von Flecken. Auch hier kommt es im späteren Verlauf zur Lähmung. Im Gegensatz zur lepromatösen Lepra kann diese Form von selbst abheilen.

Welche Behandlung(en) gibt es?
Die wichtigste Maßnahme zur Diagnose der Lepra ist der sogenannte Nukleinsäurenachweis: Dieser besteht darin, erkranktes Gewebe der Betroffenen auf die DNA des Erregers (des Bakteriums) hin zu untersuchen. Gelingt der Nachweis der Erreger-DNA, ist die Diagnose gesichert. Daneben ist der Erreger der Lepra selbst beispielsweise unter dem Mikroskop oder in einem Hautabstrich durch eine bestimmte Färbemethode (die Ziehl-Neelsen-Färbung) als stäbchenförmiges Bakterium erkennbar.

Bei Lepra besteht die Therapie in erster Linie darin, den Erreger der Lepra – das Mycobacterium leprae – zu zerstören. Dies erfolgt mithilfe einer Kombinationstherapie (Multi-drug Therapy, MDT) aus verschiedenen Antibiotika:

  • Rifampicin
  • Chlofamizin (Lamprene)
  • Dapson (DDS)

Für eine erfolgreiche antibiotische Therapie der Lepra ist es notwendig, diese Medikamente über einen langen Zeitraum einzunehmen : für die aggressivere und schwere Form muss die Therapie über 2 Jahre fortgeführt werden, um Heilungserfolge zu erzielen. Um bei nicht ausreichender Heilung die Behandlung fortsetzen zu können, werden von der pharmazeutischen Industrie sogenannte Reserve-Leprostatika angeboten. Die Behandlung von Lepra beinhaltet außerdem die Versorgung der Wunden und eine aktive Bewegungsbehandlung, um auftretende Lähmungsrescheinung frühzeitig zu minimieren und aufzuhalten.

Wie ist der Krankheitsverlauf ?
Beim Krankheitsverlauf der Lepra wird zwischen der tuberkuloiden und der lepromatösen Form abgegrenzt. Die durch die Verstümmelungen so schreckensvoll gewordene Erkrankung zeigt dieses charakteristische Bild ausschließlich bei der tuberkuloiden Verlaufsform. Durch die Beeinträchtigung der Nervenbahnen besitzen die Betroffenen keinen Tastsinn in den Fingerspitzen. Außerdem werden die endständigen Glieder nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Durch die Schmerzunemfindlichkeit treten an den Gliedern zahlreiche Verletzungen auf, die zu den Verstümmelungserscheinungen führen.

Im Unterschied zur tuberkoloiden Lepra ist der lepromatöse Krankheitsverlauf wesentlich schwerwiegender. Die Haut und die Schleimhäute zeigen massive Erkrankungssymptome. Es treten knotenähnliche Verhärtungen auf, durch die Beeinträchtigung der Nervenfunktionen werden die Extremitäten teilweise gelähmt. Im weiteren Verlauf der Lepra treten die knotenartigen Geschwulstausprägungen im Gesicht, auf dem Rücken, den Händen und den Füßen aus. Die Patienten leiden unter reduzierter Schweißbildung, schubweise hohem Fieber und magern rapide ab. Haarausfall ist außerdem eine Folge der Erkrankung der Haut- und Nervenversorgungssysteme.

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