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Fotograf WittmannMichael Wittmann, April 2010

In meiner Tätigkeit als Photo-Designer bereise ich den afrikanischen Kontinent seit den späten 80er Jahren.
Vorwiegend allerdings Nord u. Ostafrika. Die Reise in den Senegal hatte für mich einen ganz besonderen Reiz,
denn die Möglichkeit, das Leben der Bewohner in MBalling über einen längeren Zeitraum hautnah zu Dokumentieren
bleiben einem als Tourist verschlossen.
Die Erlebnisse bzw. Eindrücke die ich hier gewinnen durfte, werden mich mein Leben lang begleiten. Zum Beispiel
Das Willkommens- Fest das für Günter und mich gegeben wurde, beeindruckte mich sehr.
Ab diesen Zeitpunkt fühlte ich mich bei den Dorfbewohnern aufgenommen und als ein kleiner Teil des Ganzen.
Ich konnte mich als Fotograf entfalten und arbeitete Teilweise wie in Trance. Die Motive für mich waren unerschöpflich.

Im Idealfall gelingt es einem in einem fremden Land wie Westafrika vom Touristen zum Besucher zu werden.
Hier im Lepradorf wurde ich jedoch vom Besucher zum Freund. Eine außergewöhnliche Erfahrung!
Die Herzlichkeit die mir entgegen kam bleiben unvergesslich. Nie zuvor fühlte ich mich den Afrikanern so nah, bzw. den
Europäern so fern.
Das Ziel das ich mir als Foto Journalist im Senegal gestellt habe, waren außergewöhnliche Aufnahmen zu machen. Ich
Hoffe das es mir gelungen ist. Erste Reaktionen weisen darauf hin.

Herzlichen Dank an Günter Hainzl, dafür das er mir ein Stück Afrika hautnah gezeigt hat. Er leistet hier in MBalling grandiose
Arbeit.
Ganz besonders möchte ich mich noch bei Frau Monika Semeleder von der Galerie Maringer bedanken. Sie hat mich als
Fotokünstler gefördert und stellte die Verbindung zur Leprahilfe her.

Wir werden die Fotos von Michael Wittmann ab Juni in unserer Bildergalerie präsentieren.


 

Überschwemmung in MBalling - 20 Familien obdachlos
Günter Hainzl aus MBalling, November 2009

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Der Klimawandel betrifft auch Afrika. So ist in Senegal in den letzten Jahren die Regenzeit kürzer aber auch intensiver geworden. Durch die kürzere Regenzeit kann der Boden nicht mehr genügen Wasser aufnehmen um den Grundwasserspiegel, der für die Bewässerung der Felder eine entscheidende Rolle spielt, auf eine für die Trockenzeit genügende Höhe aufzufüllen. Anderseits werden durch den intensiveren Regen die Lehmhütten beschädigt, das Mauerwerk hat nicht genügen Zeit für das Austrocknen, die Lehmziegel „zerbröseln“ buchstäblich.

Am 9. September 2009 kam es zu einer dramatischen Entwicklung. Innerhalb eines Tages ist so viel Wasser vom Himmel gefallen, wie sonst in einer Woche. Das Lepradorf wurde bis zu em halben Meter überschwemmt und 30 Hütten sind eingestürzt oder einsturzgefährdet. 20 Familien oder 143 Menschen verloren an diesem Tag nicht nur ihre Wohnmöglichkeit, sondern auch ein Großteil ihres geringen Hab und Gutes wurde unbrauchbar. Die Menschen wurden notdürftig in der Volksschule und bei befreundeten Familien untergebracht.

Als Sofortmaßnahme hat Leprahilfe Senegal 30 Matratzen gekauft. In Senegal schlafen immer 2-3 Erwachsene oder bis zu 5 Kinder auf einer Matratze.

Weiters wurde mit dem Bau von 10 Betonziegelhäusern begonnen und 8 Häuser werden wieder repariert. Der Bau von mindestens 10 weiteren Häusern ist im Frühjahr notwendig um den betroffenen Menschen wieder ein Heim bieten zu können. Die Kosten für ein Haus belaufen sich auf EUR 2.650.

Die Überschwemmung zeigte aber auch die Notwendigkeit des bereits begonnenen Projektes „Sanitäre Versorgung“. Die Notdurft wird vom Großteil der Bewohner in von Strohmatten eingezäunten Löchern verrichtet. Dies stellt nicht nur eine latente Infektionsgefahr und das Problem der Verunreinigung des Grundwassers dar, durch die Wassermassen wurden die Exkremente im ganzen Dorf verteilt. Das Anliegen von Leprahilfe Senegal ist der Bau von sanitären Anlagen, dies ist eine zweigeteilte Hütte mit einer Schöpfkellendusche und einem Loch für die Notdurft, wobei die Abwässer über ein 2 Kammersystem gereinigt werden. Der Bau von 50 solchen Kleinanlagen, mit Kosten von jeweils EUR 800 ist nun noch dringlicher geworden.

Diese notwendige Sonderhilfe reißt in das Budget von Leprahilfe Senegal ein großes Loch und es bleiben für die medizinische Versorgung und Bildung der Kinder geringere Mittel übrig. Wir ersuchen daher um dringende Spenden um mit den Betrag von insgesamt EUR 70.000 die Wiederherstellung der Infrastruktur finanzieren zu können. Damit die 20 Familien bald wieder ein zu Hause haben.

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Frühjahr 2009
Übergabe der Rollstühle an die Kinder – Unterstützung durch Fa. Bständig

Menschen mit Behinderung sind in Senegal besonders von ihrem Leiden betroffen, da es keine staatliche Krankenversorgung gibt. Die Fa. Bständig hat Leprahilfe Senegal immer wieder mit gebrauchten Rollstühlen unterstützt. Auch 2009 konnten wieder 2 Rollstühle, diesmal speziell für Kinder, an die Betroffenen übergeben werden.

Unsere Sozialarbeiterin NDeye Diakhate hat uns Ende 2008 gebeten, für 2 Kinder Rollstühle mitzubringen. Coumba Diouf hat eine spastische Lähmung. Ihre Mutter Gnilane Faye beschreibt die 7-Jährige als fröhliches Mädchen, dass gerne mit anderen Kindern spielt. Der 5-jährige Mamadou Sy hat seit Geburt Kinderlähmung. Er ist sehr anhänglich und seine Mutter, Khemesse Faye, musste ihre Arbeit aufgeben, um sich ganz um ihren Sohn kümmern zu können. Die Kinder sind inzwischen so groß, dass es für die Mütter schwierig geworden ist, sie weiterhin am Rücken zu tragen. Ein Hilferuf bei Herrn Otto Schuster von der Fa. Bständig hat es ermöglicht, dass gebrauchte, aber praktisch neuwertige Rollstühle für Kinder zur Verfügung gestellt werden konnten. Im April 2009 fand die Übergabe statt.

Wir danken im Namen von Mamadou Sy und Coumba Diouf der Fa. Bständig für ihre Unterstützung. (www.bstaendig.at)


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1. Unsere Sozialarbeiterin NDeye und der Bürgermeister Assane Kaddam besichtigen die Rollstühle.

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2. Für beide Kinder sind die neuen Transportmittel noch ungewohnt.

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3. Amy hat sich mit ihrem Gefährt schon angefreundet.

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4. Mamadou ist ganz aufgeregt, seine Mutter und Stefan Radi versuchen ihn zu beruhigen.

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5. Er „flüchtet“ wieder auf den vertrauten Rücken seiner Mutter Khemesse Faye, die ihn jedoch bald nicht mehr tragen wird können.

Frühjahr 2009
Stefan Radi Mai 2009

Unsere Küche in MBalling kocht für 210 bis 230 Schwerstbehinderte täglich ein warmes Essen. Am Freitag gibt es Thiépe Kéthiakh Tomaté und unsere Chefköchin Djenaba hat mir das Rezept verraten:

Thiépe Kéthiakh Tomaté (Reis mit getrocknetem Fisch)

30 kg Reis
Zutaten
Zutaten
8 – 10 kg getrockneter Fisch
1 kg  Netetu (bohnenartige Samenkörner einer senegalesischen Frucht; enthält viele Spurenelemente)
2 kg Zwiebel
1 Dose Tomatenpaste
½ l Öl
1 Bund Bissap (Deutsch: Roselle; auch afrikanische Malve genannt; sehr vitaminreich)
150 gr  Salz
1 Prise Piemont (scharfes Gewürz aus Pefferoni)
5 Stück Suppenwürfel
   
Reis reinigen
Der Reis ist billiger Bruchreis und muss zuerst von Steinen und Verschmutzungen gereinigt werden.
 
Fisch engräten
Die Fische werden zerkleinert und durch schwungvolles Schütten von den großen Gräten befreit. Zwiebel schälen und würfelig schneiden.
 
Netetu schälen
Netetu schälen, in Wasser reinigen und aufquellen lassen.
 
Im Mörser zerstampfen
Zwiebel, Netetu und Piemont im Mörser zerstampfen.

Fisch köcheln
Öl in einen großen Topf heiß werden lassen. Das Gemisch aus dem Mörser mit dem Fisch anbraten, mit Wasser aufgießen und nach ca. 10 Minuten und die restlichen Gewürze dazugeben.
 
Essen ist fertig
Reis in einem siebartigen flachen Topf auf dem köchelnden Fisch dämpfen lassen. Nach ca. 20 Minuten Reis in den großen Topf schütten und gar kochen.
 
Wartende Kinder
Die Kinder warten schon um 12 Uhr mit den Töpfen.


 

Essen wird verteilt
Das Essen wird verteilt und die behinderten Leprösen haben damit die Möglichkeit, ihre Abwehrkräfte zu stärken und zumindest ein mal täglich satt zu werden.



Frühjahr 2007
Bericht von Anni Preiner, Purbach, Burgenland

Mitte April bis Mai 2007 war ich mit Günter Hainzl in Senegal. MBalling ist für mich der Inbegriff von Wärme und Menschlichkeit, von Herzlichkeit und Freude, trotz der Armut und der widrigen Lebensumstände die dort herrschen. Noch nie habe ich so viele positive Energie nach Hause gebracht, wie aus dieser Zeit auf der Leprastation. Man gibt - aber man erhält von diesen Menschen noch viel, viel mehr zurück. Keine materiellen Werte, aber etwas, was in unserer heutigen Zeit immer weniger wird - Menschlichkeit, Zufriedenheit, strahlende Kinderaugen, ein Lächeln, das ans Herz geht, kranke Menschen die durch eine Umarmung Kraft geben, die unbekümmert für ein Foto stillstehen, obwohl sie von Lepra entstellt oder durch Amputation behindert sind (ein Pickel im Gesicht zählt bei uns bereits zu den Katastrophen des Lebens).

Eines frühen Morgens machten Günter und ich einen Spaziergang am Strand von Tripano. Der Strand, der sonst um diese Zeit relativ sauber ist, war übersät von toten Fischen. Diese (etwa in der Größe einer schönen Forelle) werden von den EU- Fangflotten zurück ins Meer geworfen da sie nicht der "Norm" entsprechen. Nach einem oder zwei Tagen werden sie angespült. Dass sie jetzt nicht mehr ganz frisch sind liegt auf der Hand - und trotzdem kommt mir eine Frau mit einem Kübel entgegen und sammelt genau diese Fische auf um sie zu kochen.

Ein Besuch in Darou Salam. Die "Straße" ist eine Sandpiste, die irgendwann in enge Gassen übergeht. Manchmal ist es so eng, dass man reversieren muss um weiterzukommen. Menschen sitzen vor den Häusern. Sie erheben sich, damit wir mit dem Auto in die nächste Kurve kommen. Nach wenigen Metern Müll und Unrat wohin man schaut. Mittendrin spielende Kinder, Familienleben, das tägliche Leben dieser Menschen. Wir fahren im wahrsten Sinn des Wortes über eine "Müllhalde" und haben prompt einen "Platten". Kein Problem, mit Ruhe und Gelassenheit wird von zwei Männern der Reifen gewechselt. Wir werden zu "ataya" - dem traditionellen Tee - eingeladen und genießen die Gastfreundschaft dieser Menschen. Nach einem wunderschönen Tag fahren wir nach Hause und freuen uns auf den nächsten Besuch bei unseren Freunden.

 

Herbst 2006
Bericht von Günter Hainzl

Der letzte Senegalaufenthalt war geprägt von dem eklatanten Rückgang der Fischerei- Erträge.
Die Fischer klagten, dass sie bei den Ausfahrten nicht einmal die Treibstoffkosten erwirtschaften können. Sie seien gezwungen, neue Gewässer aufzusuchen. Das bedeutet aber, dass sie Fischgründe aufsuchen müssen, die entweder durch Klippen oder Korallen die Netze zerstören, oder aber weit draußen in internationalen Gewässern navigieren müssen. Letztere Fischgründe sind aber durch den Schiffsverkehr gefährlich, auch fehlen auf den Pirogen die Navigationsgeräte. Dazu kommt noch, dass vorbeifahrende Schiffe die ausgelegten Netze zerstören.
Mir ist schon bei früheren Senegalaufenthalten aufgefallen, dass an manchen Tagen der Strand voll von toten Fischen war. Erst als ich im Internet den beiliegenden Artikel fand, hatte ich eine Erklärung für diese schockierende Erscheinung.
Im Jänner dieses Jahres las ich im Internet die erfreuliche Nachricht, dass Senegal das Fischerei-Abkommen mit der EU nicht mehr verlängert hat. Ich hoffe, sie lassen sich nicht doch noch über den Tisch ziehen!

Auch in der Landwirtschaft zeichnen sich schon seit einigen Jahren Probleme ab:
durch die Ausdehnung der Anbauflächen mussten zahlreiche neue Brunnen gegraben werden.
Dies führte zu einem Absinken des Grundwasserspiegels unter das Meeresniveau. Das hatte zur Folge, dass der Salzgehalt vieler Brunnen so stark anstieg, dass das Wasser nicht mehr zu gebrauchen war. In ihrer Not haben die Bauern trotzdem noch zu viel salzhaltiges Wasser auf die Böden gebracht, sodass auch die Ackerflächen auf Jahre hinaus unbrauchbar wurden.

Dagegen hat sich die Wohnungssituation in den letzten Jahren enorm verbessert. Es gibt in MBalling kaum noch Familien, die aufgrund mangelnder Wohnungen auf Freunde und Verwandte aufgeteilt sind. Zwar gibt es noch zahlreiche Stroh- und Lehmhütten, aber der Großteil der Bewohner hat menschenwürdige Unterkünfte. Auch sind die Brandkatastrophen, die früher immer wieder zahlreiche Opfer gefordert haben, stark zurückgegangen.

Erfreulich- wenn auch kostspielig- ist die Tatsache, dass die Zahl der Gymnasiasten in MBalling weiter gestiegen ist. Derzeit bezahlen wir für 47 Jugendliche den Besuch des Gymnasiums, für drei Studenten bezahlen wir den Besuch der Universität und für drei den Besuch der Tourismusschule.

In der nächsten Zeit wird das Hauptaugenmerk auf die Hilfe für die Fischer zu legen sein: Kauf von Netzen, Reparatur und Anschaffung von Außenbord- Motoren, Instandsetzung der Pirogen

EU-Fischflotten dezimieren Fischbestände in Afrika
Bis zu 90 Prozent des Fangs wandert tot wieder ins Meer

London/Dakar (pte/02.04.2002/11:58) - EU-Fischereiflotten, die vor der Küste des westafrikanischen Staates Senegal fischen, werfen bis zu 90 Prozent des Fanges wieder ins Meer, weil die Größe der gefangenen Tiere zu klein ist. Nach Angaben des Television Trust for the Environment (TVE) http://www.tve.org verkommen die Gewässer vor Senegal zu einer Abfallhalde für tote Fische. Für die lokale Bevölkerung bedeutet dies eine wirtschaftliche Katastrophe. Der EU-Generaldirektor für Fischereiwesen Steffan Smidt weist die Anschuldigungen zurück. Belastend ist aber eine Filmdokumentation, die das Gegenteil zeigt.

Insbesondere Shrimps, Thunfisch und Sardinen sind in den Gewässern der westafrikanischen Republik häufig. "Aber die Methoden der EU-Flotte sind nicht wirklich nachhaltig und frei für alle", meint BBC-online. Die modernen Fischfangmethoden zerstören eine der wertvollsten Ressourcen von Senegal. "Das Ökosystem in tropischen Gewässern ist fragil und die Reaktion auf industrielle Fangmethoden wie sie in der EU praktiziert werden, hat schreckliche Folgen", so Brian O´Riordan, Sprecher des internationalen Kollektivs zum Schutz von Fischereiarbeitern. Die Zerstörung entspreche in etwa der eines Kahlschlages in einem Wald. "Die EU-Fangflotten jagen alles, können aber nur einen Bruchteil, zwischen zehn und 20 Prozent, verwerten. Der Rest wandert tot wieder in den Ozean zurück", so der Experte. Genau jene Fische seien es jedoch, die sozusagen das Rückgrat der lokalen Fischerei ausmachen. "Darüber hinaus verwandeln die industriellen Fangflotten das Meer in eine Art Müllhalde."

Steffan Smidt argumentiert dagegen, dass es in der EU Vorschriften betreffend der Größe der gefangenen Fische und der Netzmaschen gebe. Dabei sollte verhindert werden, dass es zuviel Beifang gebe. Die Vereinbarung zu einer Verlängerung der Fangerlaubnis von EU-Schiffen vor der Küste von Senegal wurde Ende März verschoben. Die alte Vereinbarung lief bereits im Dezember 2001 aus. Eine Verlängerung gibt es bisher nicht. Streitpunkt ist die Kompensation zwischen der EU und der westafrikanischen Republik ist der Betrag zur Kompensation der Fischereirechte.

Weitere Informationen: http://europa.eu.int/comm/fisheries/news_corner/press/inf02_05_en.htm

 

April/Mai 2006
Kurzbericht von Günter Hainzl

Dieser Aufenthalt war geprägt von 2 großen Aktionen:

• Fertigstellung des Hühnerprojektes
Hier wurden die baulichen Maßnahmen im wesentlichen abgeschlossen;
lediglich der Brunnen konnte noch nicht fertiggestellt werden, da in einer Tiefe von 6,5m- wo bereits man bereits auf Wasser gestoßen war- ein massiver Fels die Fertigstellung des Brunnen verhinderte. Ein Presslufthammer war in der kurzen Zeit nicht aufzutreiben.
alle erforderlichen Einrichtungen wurden angeschafft (Tränken, Futtereinrichtungen, Desinfektionspumpen, Brutlampen usw.)
Auch die Küken wurden zum versprochenen Zeitpunkt noch nicht aus Dakar geliefert. Es wurde nun vereinbart, mit der Anlieferung der Küken so lange zu warten, bis die Pressluft- Schremmarbeiten abgeschlossen sind, um keine allzu große Unruhe in den Stall zu bringen.

• Bau von 8 neuen Betonhäusern
Infolge einer großzügigen Spende einer deutschen Organisation konnte der Bau von 5 Häusern in Darou Salam und 3 in Mballing (allesamt für Schwerstbehinderte) in Angriff genommen werden. Ein Haus in Darou Salam wurde noch während meiner Anwesenheit fertiggestellt.

Darüber hinaus wurden kleinere Investitionen für Handwerksbetriebe vorgenommen, sowie die Lagerbestände kleiner Lebensmittelläden aufgestockt.

Weiters wurden große Anstrengungen unternommen, einem Mädchen mit einem mißgebilden Fuß eine Serie von Operationen zu ermöglichen. Alle Röntgen- und medizinischen Untersuchungen wurden bereits bezahlt.
Sollte sich in den nächsten Tagen die Machbarkeit der Operationen bestätigen, wird in Dakar die erste große Operation vorgenommen.

Für ein taubstummes Mädchen wurde ebenfalls die Möglichkeit geschaffen, eine Taubstummenschule in Dakar zu besuchen - nebst den kostspieligen Unterbringungsmöglichkeiten.

Das ursprünglich ins Auge gefasste Internet-Projekt wurde fürs erste aufgrund mangelnder Rentabilität fallen gelassen. Es bleibt vorerst dahingestellt, ob evtl. mit der Schule zusammen zu einem späteren Zeitpunkt ein neuerlicher Anlauf gemacht werden kann.

Die übrigen individuellen Hilfen wurden etwas eingeschränk t- obwohl noch Geld vorhanden gewesen wäre - ich wollte ein Signal setzen, dass der Schwerpunkt auf berufsnotwendige Investitionen gelegt wird.

 

November 2005
Kurzbericht von Günter Hainzl

Die Zusammensetzung der Begleiter brachte schon eine Schwerpunktsetzung der Aktivitäten mit sich: Die Anwesenheit von Wilma, der französisch sprechenden Beate Piper und dem Fotograf Franz Lahmer ermöglichte die längst fällige Aktualisierung der Patenschaften. Franz machte von allen Patenkindern Fotos, Wilma hat mit Beates Hilfe die aktuellen Daten erfasst. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, dass im Laufe der 3 Wochen eine Vielzahl erstklassiger Fotos entstanden ist. Pankraz Rendl hat die rauen Flächen der gemauerten Verkaufstische in der Markthalle mit Keramikfliesen versehen und damit einen Beitrag zur Hygiene geleistet.

Insgesamt war der Aufenthalt geprägt von den Folgen einer außergewöhnlich niederschlagsreichen Regenzeit. Noch am 20.Oktober (ein Monat nach der
üblichen Regenzeit) ging ein schweres Gewitter nieder. Zahlreiche Häuser aus Banko (ungebrannter Lehm) sind eingestürzt und die Malaria hat die ganze Region schwer getroffen. In der Verbandstation wurden im Schichtbetrieb Infusionen verabreicht- dennoch sind zahlreichen Menschen -darunter auch ein Patenkind - verstorben.

Folgende größere Projekte wurden finanziert:
• Bau von 7 neuen Betonhäusern
• Bau von 5 Toiletten
• Kauf großer Mengen von Malariamedikamenten
• Fertigstellung und Sanierung zahlreicher unvollendeter und baufälliger Häuser
• Beginn der Bauarbeiten der Hühnerfarm
• Kapitalaufstockung einer eigenverwalteten Sparkasse der Frauen in Darou Salam (die Hälfte in Form eines rückzahlbaren Kredites)
• Errichtung einer Tankstelle für die Fischer MBallings (die Hälfte der Bausumme in Form eines rückzahlbaren Kredites)
• Kauf von Fischereinetzen
• Jährliche Nahrungsmittelverteilung in Darou Salam

Neben den schweren Folgen der Wetterkapriolen machte sich auch ein dramatischer Rückgang der Fischereierträge bemerkbar. Die Fangerträge der traditionellen Fischer haben sich fast halbiert, aber auch die Erträge der internationalen Fangflotten sind so stark eingebrochen, dass die Fischverarbeitungsbetriebe zusperren mussten, die sich in direkter Nachbarschaft MBallings angesiedelt haben. Dadurch sind auch viele Arbeitsplätze verloren gegangen (eine Thunfischfabrik, die an die 80 Frauen über 6-7 Monate pro Jahr beschäftigte, konnte dieses Jahr nicht aufsperren).

Sehr positive Ergebnisse zeigten die Investitionen der letzten Jahre in die
Mikrounternehmen; Tischler, Kleinhändler, Reifenflicker etc. konnten den Geschäftserfolg erheblich vergrößern.

Vom Verein der Jugend MBallings wurde eine Kalkulation des Cyber-Projektes erstellt, das schon im März vom Direktor der école materielle angeregt wurde.

Auf Ersuchen der Salzburger Freunde, die im März im Senegal waren, wurde auch die Untersuchung und evtl. Behandlung eines taubstummen Mädchens in die Wege geleitet. Ein namhafter Betrag wurde bereits von den Salzburgern
bezahlt.

In Darou Salam wurde der Betrieb der Gasverteilung überprüft und in Ordnung befunden. Die Entwicklung dieses Stadtteil MBour’s macht mir große Sorge, da kaum Anzeichen einer Verbesserung der Situation sichtbar sind.

 

März 2005
"EIN ANDERER URLAUB"


Drei Wochen Senegal: habe Günther Hainzl bei seiner Arbeit, die von Hedi Wogowitsch übernommen hat, täglich in das Lepradorf Mballing begleitet. Für mich verblüffend, abgesehen von den vielen Bittsuchenden, die Gelassenheit und trotz Behinderung die Freude am Leben, der Zusammenhalt im Familienverband.
Das sind Familien, die bis zu 20 Menschen auf engsten Raum plus Ziegen oder Schafen wohnen. Kinder-Kinder-Kinder in teils zerschlissenen Kleidern aber mit fröhlichem Lachen, dankbar für ein Lächeln,ein Zuckerl oder Kuli oder einfach spielen (Fangen,Tanzen,Pantomime).
Am berührensten bei einem Fest, alle farbenprächtigst, traditionell gekleidet,wo selbst alte schwerst behinderte Frauen mit Beinprothesen oder verunstaltetem Gesicht ganz selbstverständlich in den Kreis treten und tanzen. Ja, tanzen mit Freude und Würde und niemand nimmt
Anstoß daran. Oder alte Männer die in ihren verkrüppelten Armen einen Säugling wiegen. Viele,viele solcher Eindrücke habe ich mit nach Hause genommen,die helfen zufriedener zu sein und manche Probleme nicht so tragisch zu nehmen. Eine etwas veränderte Lebenssicht.

Wilrun Arrich

 

Juni 2004
Eindrücke aus meiner Senegal-Reise

Bisher kannte ich MBalling nur von Erzählungen. Seit meinem Besuch hat dieses Projekt ein konkretes Gesicht. Unvergesslich bleibt mir die Begrüßung eines Leprösen. Ich spürte keine Finger, nur die Handflächen, bedeckt von weicher Haut. "Es geht mir gut", sagte der Mann und seine Augen bestätigen das. "Solange wir im Dorf leben, gibt es für uns keinen Grund zu verzweifeln."
Überzeugt von der Effiziens und Sinnhaftigkeit dieses Projektes, wird dies sicher nicht mein letzter Besuch in MBalling gewesen sein.

Hans Siller / Kuchl