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In meiner Tätigkeit als Photo-Designer bereise ich den afrikanischen Kontinent seit den späten 80er Jahren. Im Idealfall gelingt es einem in einem fremden Land wie Westafrika vom Touristen zum Besucher zu werden. Herzlichen Dank an Günter Hainzl, dafür das er mir ein Stück Afrika hautnah gezeigt hat. Er leistet hier in MBalling grandiose Wir werden die Fotos von Michael Wittmann ab Juni in unserer Bildergalerie präsentieren.
Überschwemmung in MBalling - 20 Familien obdachlos
Frühjahr 2009 Menschen mit Behinderung sind in Senegal besonders von ihrem Leiden betroffen, da es keine staatliche Krankenversorgung gibt. Die Fa. Bständig hat Leprahilfe Senegal immer wieder mit gebrauchten Rollstühlen unterstützt. Auch 2009 konnten wieder 2 Rollstühle, diesmal speziell für Kinder, an die Betroffenen übergeben werden. Unsere Sozialarbeiterin NDeye Diakhate hat uns Ende 2008 gebeten, für 2 Kinder Rollstühle mitzubringen. Coumba Diouf hat eine spastische Lähmung. Ihre Mutter Gnilane Faye beschreibt die 7-Jährige als fröhliches Mädchen, dass gerne mit anderen Kindern spielt. Der 5-jährige Mamadou Sy hat seit Geburt Kinderlähmung. Er ist sehr anhänglich und seine Mutter, Khemesse Faye, musste ihre Arbeit aufgeben, um sich ganz um ihren Sohn kümmern zu können. Die Kinder sind inzwischen so groß, dass es für die Mütter schwierig geworden ist, sie weiterhin am Rücken zu tragen. Ein Hilferuf bei Herrn Otto Schuster von der Fa. Bständig hat es ermöglicht, dass gebrauchte, aber praktisch neuwertige Rollstühle für Kinder zur Verfügung gestellt werden konnten. Im April 2009 fand die Übergabe statt. Wir danken im Namen von Mamadou Sy und Coumba Diouf der Fa. Bständig für ihre Unterstützung. (www.bstaendig.at)
Frühjahr 2009 Unsere Küche in MBalling kocht für 210 bis 230 Schwerstbehinderte täglich ein warmes Essen. Am Freitag gibt es Thiépe Kéthiakh Tomaté und unsere Chefköchin Djenaba hat mir das Rezept verraten: Thiépe Kéthiakh Tomaté (Reis mit getrocknetem Fisch)
Frühjahr 2007 Mitte April bis Mai 2007 war ich mit Günter Hainzl in Senegal. MBalling ist für mich der Inbegriff von Wärme und Menschlichkeit, von Herzlichkeit und Freude, trotz der Armut und der widrigen Lebensumstände die dort herrschen. Noch nie habe ich so viele positive Energie nach Hause gebracht, wie aus dieser Zeit auf der Leprastation. Man gibt - aber man erhält von diesen Menschen noch viel, viel mehr zurück. Keine materiellen Werte, aber etwas, was in unserer heutigen Zeit immer weniger wird - Menschlichkeit, Zufriedenheit, strahlende Kinderaugen, ein Lächeln, das ans Herz geht, kranke Menschen die durch eine Umarmung Kraft geben, die unbekümmert für ein Foto stillstehen, obwohl sie von Lepra entstellt oder durch Amputation behindert sind (ein Pickel im Gesicht zählt bei uns bereits zu den Katastrophen des Lebens). Eines frühen Morgens machten Günter und ich einen Spaziergang am Strand von Tripano. Der Strand, der sonst um diese Zeit relativ sauber ist, war übersät von toten Fischen. Diese (etwa in der Größe einer schönen Forelle) werden von den EU- Fangflotten zurück ins Meer geworfen da sie nicht der "Norm" entsprechen. Nach einem oder zwei Tagen werden sie angespült. Dass sie jetzt nicht mehr ganz frisch sind liegt auf der Hand - und trotzdem kommt mir eine Frau mit einem Kübel entgegen und sammelt genau diese Fische auf um sie zu kochen. Ein Besuch in Darou Salam. Die "Straße" ist eine Sandpiste,
die irgendwann in enge Gassen übergeht. Manchmal ist es so eng, dass
man reversieren muss um weiterzukommen. Menschen sitzen vor den Häusern.
Sie erheben sich, damit wir mit dem Auto in die nächste Kurve kommen.
Nach wenigen Metern Müll und Unrat wohin man schaut. Mittendrin spielende
Kinder, Familienleben, das tägliche Leben dieser Menschen. Wir fahren
im wahrsten Sinn des Wortes über eine "Müllhalde"
und haben prompt einen "Platten". Kein Problem, mit Ruhe und
Gelassenheit wird von zwei Männern der Reifen gewechselt. Wir werden
zu "ataya" - dem traditionellen Tee - eingeladen und genießen
die Gastfreundschaft dieser Menschen. Nach einem wunderschönen Tag
fahren wir nach Hause und freuen uns auf den nächsten Besuch bei
unseren Freunden.
Herbst 2006 Der letzte Senegalaufenthalt war geprägt von dem eklatanten Rückgang
der Fischerei- Erträge. Auch in der Landwirtschaft zeichnen sich schon seit einigen Jahren Probleme
ab: Dagegen hat sich die Wohnungssituation in den letzten Jahren enorm verbessert. Es gibt in MBalling kaum noch Familien, die aufgrund mangelnder Wohnungen auf Freunde und Verwandte aufgeteilt sind. Zwar gibt es noch zahlreiche Stroh- und Lehmhütten, aber der Großteil der Bewohner hat menschenwürdige Unterkünfte. Auch sind die Brandkatastrophen, die früher immer wieder zahlreiche Opfer gefordert haben, stark zurückgegangen. Erfreulich- wenn auch kostspielig- ist die Tatsache, dass die Zahl der Gymnasiasten in MBalling weiter gestiegen ist. Derzeit bezahlen wir für 47 Jugendliche den Besuch des Gymnasiums, für drei Studenten bezahlen wir den Besuch der Universität und für drei den Besuch der Tourismusschule. In der nächsten Zeit wird das Hauptaugenmerk auf die Hilfe für die Fischer zu legen sein: Kauf von Netzen, Reparatur und Anschaffung von Außenbord- Motoren, Instandsetzung der Pirogen EU-Fischflotten dezimieren Fischbestände in Afrika London/Dakar (pte/02.04.2002/11:58) - EU-Fischereiflotten, die vor der Küste des westafrikanischen Staates Senegal fischen, werfen bis zu 90 Prozent des Fanges wieder ins Meer, weil die Größe der gefangenen Tiere zu klein ist. Nach Angaben des Television Trust for the Environment (TVE) http://www.tve.org verkommen die Gewässer vor Senegal zu einer Abfallhalde für tote Fische. Für die lokale Bevölkerung bedeutet dies eine wirtschaftliche Katastrophe. Der EU-Generaldirektor für Fischereiwesen Steffan Smidt weist die Anschuldigungen zurück. Belastend ist aber eine Filmdokumentation, die das Gegenteil zeigt. Insbesondere Shrimps, Thunfisch und Sardinen sind in den Gewässern der westafrikanischen Republik häufig. "Aber die Methoden der EU-Flotte sind nicht wirklich nachhaltig und frei für alle", meint BBC-online. Die modernen Fischfangmethoden zerstören eine der wertvollsten Ressourcen von Senegal. "Das Ökosystem in tropischen Gewässern ist fragil und die Reaktion auf industrielle Fangmethoden wie sie in der EU praktiziert werden, hat schreckliche Folgen", so Brian O´Riordan, Sprecher des internationalen Kollektivs zum Schutz von Fischereiarbeitern. Die Zerstörung entspreche in etwa der eines Kahlschlages in einem Wald. "Die EU-Fangflotten jagen alles, können aber nur einen Bruchteil, zwischen zehn und 20 Prozent, verwerten. Der Rest wandert tot wieder in den Ozean zurück", so der Experte. Genau jene Fische seien es jedoch, die sozusagen das Rückgrat der lokalen Fischerei ausmachen. "Darüber hinaus verwandeln die industriellen Fangflotten das Meer in eine Art Müllhalde." Steffan Smidt argumentiert dagegen, dass es in der EU Vorschriften betreffend der Größe der gefangenen Fische und der Netzmaschen gebe. Dabei sollte verhindert werden, dass es zuviel Beifang gebe. Die Vereinbarung zu einer Verlängerung der Fangerlaubnis von EU-Schiffen vor der Küste von Senegal wurde Ende März verschoben. Die alte Vereinbarung lief bereits im Dezember 2001 aus. Eine Verlängerung gibt es bisher nicht. Streitpunkt ist die Kompensation zwischen der EU und der westafrikanischen Republik ist der Betrag zur Kompensation der Fischereirechte. Weitere Informationen: http://europa.eu.int/comm/fisheries/news_corner/press/inf02_05_en.htm
April/Mai 2006 Dieser Aufenthalt war geprägt von 2 großen Aktionen: • Fertigstellung des Hühnerprojektes • Bau von 8 neuen Betonhäusern Darüber hinaus wurden kleinere Investitionen für Handwerksbetriebe vorgenommen, sowie die Lagerbestände kleiner Lebensmittelläden aufgestockt. Weiters wurden große Anstrengungen unternommen, einem Mädchen
mit einem mißgebilden Fuß eine Serie von Operationen zu ermöglichen.
Alle Röntgen- und medizinischen Untersuchungen wurden bereits bezahlt. Für ein taubstummes Mädchen wurde ebenfalls die Möglichkeit geschaffen, eine Taubstummenschule in Dakar zu besuchen - nebst den kostspieligen Unterbringungsmöglichkeiten. Das ursprünglich ins Auge gefasste Internet-Projekt wurde fürs erste aufgrund mangelnder Rentabilität fallen gelassen. Es bleibt vorerst dahingestellt, ob evtl. mit der Schule zusammen zu einem späteren Zeitpunkt ein neuerlicher Anlauf gemacht werden kann. Die übrigen individuellen Hilfen wurden etwas eingeschränk
t- obwohl noch Geld vorhanden gewesen wäre - ich wollte ein Signal
setzen, dass der Schwerpunkt auf berufsnotwendige Investitionen gelegt
wird.
November 2005 Die Zusammensetzung der Begleiter brachte schon eine Schwerpunktsetzung der Aktivitäten mit sich: Die Anwesenheit von Wilma, der französisch sprechenden Beate Piper und dem Fotograf Franz Lahmer ermöglichte die längst fällige Aktualisierung der Patenschaften. Franz machte von allen Patenkindern Fotos, Wilma hat mit Beates Hilfe die aktuellen Daten erfasst. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, dass im Laufe der 3 Wochen eine Vielzahl erstklassiger Fotos entstanden ist. Pankraz Rendl hat die rauen Flächen der gemauerten Verkaufstische in der Markthalle mit Keramikfliesen versehen und damit einen Beitrag zur Hygiene geleistet. Insgesamt war der Aufenthalt geprägt von den Folgen einer außergewöhnlich
niederschlagsreichen Regenzeit. Noch am 20.Oktober (ein Monat nach der Folgende größere Projekte wurden finanziert: Neben den schweren Folgen der Wetterkapriolen machte sich auch ein dramatischer Rückgang der Fischereierträge bemerkbar. Die Fangerträge der traditionellen Fischer haben sich fast halbiert, aber auch die Erträge der internationalen Fangflotten sind so stark eingebrochen, dass die Fischverarbeitungsbetriebe zusperren mussten, die sich in direkter Nachbarschaft MBallings angesiedelt haben. Dadurch sind auch viele Arbeitsplätze verloren gegangen (eine Thunfischfabrik, die an die 80 Frauen über 6-7 Monate pro Jahr beschäftigte, konnte dieses Jahr nicht aufsperren). Sehr positive Ergebnisse zeigten die Investitionen der letzten Jahre
in die Vom Verein der Jugend MBallings wurde eine Kalkulation des Cyber-Projektes erstellt, das schon im März vom Direktor der école materielle angeregt wurde. Auf Ersuchen der Salzburger Freunde, die im März im Senegal waren,
wurde auch die Untersuchung und evtl. Behandlung eines taubstummen Mädchens
in die Wege geleitet. Ein namhafter Betrag wurde bereits von den Salzburgern In Darou Salam wurde der Betrieb der Gasverteilung überprüft
und in Ordnung befunden. Die Entwicklung dieses Stadtteil MBour’s
macht mir große Sorge, da kaum Anzeichen einer Verbesserung der
Situation sichtbar sind.
März 2005
Juni 2004 Bisher kannte ich MBalling nur von Erzählungen. Seit meinem Besuch
hat dieses Projekt ein konkretes Gesicht. Unvergesslich bleibt mir die
Begrüßung eines Leprösen. Ich spürte keine Finger,
nur die Handflächen, bedeckt von weicher Haut. "Es geht mir
gut", sagte der Mann und seine Augen bestätigen das. "Solange
wir im Dorf leben, gibt es für uns keinen Grund zu verzweifeln."
Hans Siller / Kuchl |