Senegalreise, April 2012

Edith WalderNachdem unser Obmann Günter Hainzl durch eine Operation verhindert war, haben Edith Walder und ich in diesem Frühjahr die Betreuung des Lepradorfes vor Ort durchgeführt. Edith hat sich um die Kinderpatenschaften, die medizinische Versorgung und Grundausstattung von Gewerbebetrieben gekümmert und mir blieb die Organisation der baulichen Maßnahmen. Es wurde im April entschieden, wieder drei neue Häuser zu bauen, bei drei Häusern die schwer beschädigten Dächer zu reparieren und die sanitären Anlagen in der Geburtenstation zu erneuern und mit den Behandlungszimmern zu verbinden. Edith hat auch während ihres Aufenthaltes einen Blog geschrieben und den Link dazu finden Sie hier: edith-2011.blogspot.com

Die Begegnungen mit den Menschen in M´Balling sind immer sehr berührend. Einerseits erschreckt einen die Armut und das Leid der Leprakranken und ihrer Familienangehörigen und anderseits beeindruckt die Lebensfreude und Fröhlichkeit der Menschen. Zwei dieser Eindrücke möchte ich hier schildern.

Müllsammelverein

RingkampfMich Europäer hat in den vergangenen Jahren der Umgang mit Abfall in Senegal (wie in den meisten Ländern Afrikas) erschreckt. Müll wird dort entsorgt, wo man gerade steht und die Straßen sind übersäht mit Abfällen.

Jetzt hat sich in M´Balling ein Verein junger Menschen gebildet, die in einem Ortsteil begonnen haben, Mülltonnen aufzustellen und diese werden von der Bevölkerung auch angenommen. Es ist sauberer geworden im Dorf. Der Verein möchte nun auch die Entsorgung professionalisieren und um dafür Geld zu sammeln wurde ein Wettkampf im Ringen (der senegalesische Nationalsport) gegen das Nachbardorf Warang veranstaltet. Auch die Leprahilfe Senegal hat diese vorbildliche Eigeninitiative mit einer Spende von ca. € 155 unterstützt.

Lagerhalle für Räucherfische

Bau der Fischlagerhalle35 Fischer und 70 Frauen, die in der Fischräucherung arbeiten haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen und sind an Leprahilfe Senegal mit der Bitte herangetreten, drei neue Räucheröfen und eine Lagerhalle für den geräucherten Fisch, der nach Mali und Burkina Faso verkauft wird, zu erhalten. Dies ermöglicht den Betroffenen auch in der 4-monatigen Regenzeit weiter zu produzieren und zwingt sie nicht kurz davor die Vorräte zu niedrigsten Preisen an die Händler loszuschlagen, damit der Fisch nicht verdirbt. So können weitere temporäre Arbeitsplätze geschaffen und das Einkommen auch während der Regenzeit gesichert werden.

Fest der FischerfamilienEs konnte ein namhaftes österreichisch-schweizerisches Industrieunternehmen gewonnen werden, das dieses Projekt finanziert hat. Bei meiner Ankunft in Senegal erfolgte die Grundsteinlegung und innerhalb von drei Wochen konnte die Lagerhalle bis auf den Dachstuhl fertig gestellt werden. Die Gleichenfeier wurde zu einem Fest für die Fischerfamilien und die Dankbarkeit der Frauen und Männer war überschwänglich. Auch wir bedanken uns für die gezielte Unterstützung durch die Firma Jungbunzlauer.

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