Infrastruktur

Brunnen

Das Dorf  M´Balling ist an die Trinkwasser-Ringleitung der Stadt M´Bour angeschlossen. Allerdings haben nur wenige Familien das Geld, den Wasseranschluss und die laufenden Verbrauchskosten zu bezahlen.

Es gibt daher im Dorf verteilt ca. 20 Brunnen, an denen jeder unentgeltlich Wasser entnehmen kann. Einige dieser Brunnen haben allerdings keine Trinkwasserqualität mehr, da durch Übernutzung bereits Meerwasser eingedrungen ist.

Einige Familien besitzen Grundstücke im Hinterland, wo Obst und Gemüse angebaut werden kann. Voraussetzung dafür ist Wasser, das aus ca. 6-7 Meter tiefen Brunnen geschöpft wird.

Genügend Wasser gibt es nur in der 4 Monate dauernden Regenzeit. Danach müssen die Felder mit Grundwasser versorgt werden. Zwiebel, Tomaten und Kohl können bis zu zweimal pro Jahr geerntet werden, wenn genügend Wasser zur Verfügung steht.

Die Leprahilfe Senegal hat in den letzten Jahren zahlreiche Brunnen finanziert. Manche Gemüseproduzenten haben ein ausgeklügeltes Speichersystem entwickelt: vom Brunnen aus werden über ein unterirdisches Leitungssystem mehrere Wasserbecken gefüllt. Dadurch werden die Wege beim Gießen mit Wassereimern deutlich verkürzt.

Der Kauf von motorisierten oder windbetriebenen Pumpen wird nicht unterstützt, um die Grundwasserreserven zu schonen

Bewässerung in der Trockenzeit

Bewässerung in der Trockenzeit

In Handarbeit geht es bis zu 6 Meter Tiefe

In Handarbeit geht es bis zu 6 Meter Tiefe


 Schulen

M´Balling verfügt über eine sechsjährige Grundschule, der Direktor Aliou Ba ist selbst an Händen und Gesicht von der Lepra gezeichnet. Seit 2008 existiert im Dorf auch ein Collège, in dem auch Schüler der benachbarten Dörfer aufgenommen werden.

Im Senegal gibt es Theoretisch die Schulpflicht. Allerdings werden auch „Koranschulen“ anerkannt, an denen jedoch nur religiöse Inhalte gelehrt werden.

In der Grundschule beträgt die Klassengrösse derzeit 50 – 60, in den ersten Klassen sogar über 80 Kinder. Leprahilfe Senegal beteiligt sich an den Renovierungsarbeiten und bezahlt für die ärmsten Familien das (geringe) Schulgeld. Mit grosszügiger Unterstützung des Lionsclub St. Johann, Salzburg, wurde die Schule um drei Klassenzimmer erweitert. Die neuen Klassen konnten im Herbst 2005 ihrer Bestimmung übergeben werden.

Das neu errichtete Collège wurde für 295 Schüler konzipiert. Schon nach zwei Jahren stellte sich jedoch heraus, dass dieses Schul-Angebot von wesentlich mehr Jugendlichen genutzt wird. Im Jahr 2010 haben sich schon 450 Schüler eingeschrieben. Die Schule wird daher laufend um Klassenzimmer erweitert.

Die Klassenzimmer sind überfüllt

Die Klassenzimmer sind überfüllt

Der Ausbau der Volksschule wurde vom Lions Club St. Johann tatkräftig unterstützt

Der Ausbau der Volksschule wurde vom Lions Club St. Johann tatkräftig unterstützt

In der Pause

In der Pause


Kindergartenausstattung

Dem von der Dorfgemeinschaft betriebenen Kindergarten unter der Leitung von Thierno Sour wurde im Jahr 2003 die Renovierung bezahlt.

Es wurden Spielgeräte angeschafft und mit den von uns bezahlten Farben hat Thierno die Wände mit Märchenfiguren bunt bemalt. Ebenso wurden die Kinder mit neuen Schuluniformen ausgestattet.

Spielend lernen

Spielend lernen

Neue Schuluniformen im Kindergarten

Neue Schuluniformen im Kindergarten


Häuser

Die traditionellen Hütten aus Stroh oder ungebranntem Lehm sehen für  Touristen sehr romantisch aus. Diese Hütten bestehen meist aus einem Raum mit ca. 12 Quadratmetern. Pro Familie sind in der Regel zwei solcher Hütten vorhanden, jede beherbergt sechs bis zehn Menschen.

Diese Unterkünfte weisen aber große Nachteile auf:

  • Strohhäuser sind sehr brandgefährdet. Das Dorf hat in seiner Geschichte schon zwei Brandkatastrophen erlebt
  • Die Lehmhäuser wiederum sind während der Regenzeit einsturzgefährdet. Der ungebrannte Lehm saugt die Feuchtigkeit regelrecht auf, dabei verliert er seine Festigkeit und die Hütten stürzen plötzlich ein.

Um die Jahrhundertwende haben sich gravierende Klimaveränderungen ergeben. Waren die 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts durch große Trockenheit gekennzeichnet, haben sich die Niederschlagesmengen in den Regenzeiten des ersten Jahrzehntes dieses Jahrtausend fast verdoppelt. (Leider nicht verteilt über das Jahr, was eine Verbesserung der Landwirtschaft bewirkt hätte). Mehrmals während der Regenzeit steht nun das Dorf knöchel- bis knietief unter Wasser. Und dieses Wasser kann durch den feinen Sand nur sehr langsam versickern. Oft stehen die Häuser tagelang in den Pfützen. Im Jahr 2009 sind 27 Häuser eingestürzt und haben die Bewohner obdachlos gemacht.

Seit 1999 wurden in M´Balling und seit 2004 auch im nahem Darou Salam über 200 Häuser in Betonziegelkonstruktion errichtet. Auf 40 – 50 m2 leben ganze Familien, die mit Kindern und Grosseltern, Tanten und Onkeln bis zu 18 Mitglieder zählen können.

Traditionelle Lehmhütte

Traditionelle Lehmhütte

Hausbau mit Handwerkern aus dem Dorf

Hausbau mit Handwerkern aus dem Dorf

Übergabe eines neuen Hauses an die Familie Wade

Übergabe eines neuen Hauses an die Familie Wade


Sanitäre Einrichtungen

Traditionellerweise verrichten die Senegalesen ihre Notdurft in ausgehobene Erdlöcher, über die eine Betonplatte gelegt wird, die in der Mitte ein Loch aufweist. Die Fäkalien und Abwässer gehen ungereinigt ins Grundwasser und stellen eine zunehmende gesundheitliche Bedrohung dar.

Dr. Diouf vom nahem tropenmedizinischen Institut machte uns auf die Notwendigkeit aufmerksam, die hygienische Situation im Dorf zu verbessern, damit Infektionen, die vor allem bei den durch Lepra schmerzunempfindlichen Extremitäten zu schweren Geschwüren führen können, vermieden werden.

Seit 2001 haben wir mit dem Bau von sanitären Anlagen begonnen, die aus einer Bodentoilette und einem Waschraum mit angeschlossener 2 Kammer Senkgrube bestehen.

Die Fäkalien setzen sich in den beiden gemauerten Becken ab- das weitestgehend gereingte Abwasser fließt dann erst über ein Schotterbecken in den Boden ab.

Traditionelle Toilette

Traditionelle Toilette

Bau der Senkgruben

Bau der Senkgruben

Neue Toilett- und Waschanlage

Neue Toilett- und Waschanlage


 Markthalle

Anfang der 80iger Jahre wurde eine überdachte Markthalle errichtet um den – zumeist – Frauen die Möglichkeit zu geben, Fische und Gemüse zu verkaufen.

1994 wurde das Dach vom Sturm zerstört und musste erneuert werden.

Die Holzkonstruktion war 2001 dermaßen von Termiten zerfressen, dass größte Einsturzgefährdung herrschte.

Es wurde eine neue Markthalle in Stahlbetonkonstruktion errichtet. Zwei Jahre später wurden dann auch noch niedrige Mauern errichtet, um in der Regenzeit den seitlich hereinwehenden Regen abzuhalten

Fisch und Gemüse

Fisch und Gemüse

Die Markthalle ist auch wichtiges Kommunikationszentrum

Die Markthalle ist auch wichtiges Kommunikationszentrum

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