„Unsere“ Studenten, und wie sie leben

Studenten in Dakar

Studenten in Dakar

Viele der 70.000 Studenten der staatlichen Uni in Dakar (übrigens die größte Uni in ganz Afrika) schlafen auf der Straße oder in Hauseingängen in den Vororten. Viele schlüpfen auch bei den wenigen Glücklichen unter, die ein Studentenheimzimmer beziehen durften. Mamadou, ein Student aus M´Balling, erzählt, dass die 2-Bett-Zimmer in den Studentenheimen gewöhnlich von ca. 8 Leuten bewohnt werden.

Studiengebühren gibt es keine, außer einer minimalen Immatrikulationsgebühr. Der Staat subventioniert auch die Mahlzeiten in der Mensa. Drei Mahlzeiten am Tag kosten ca. 25 Eurocent am Tag. (Das ist etwa der Preis für zwei Stangen Baguette oder eine halbe Dose Cola oder ¼ kg Fisch) Die Uni ist bis 24 Uhr geöffnet (auch die Bibliotheken und die Hörsäle), so dass die StudentInnen dort  lernen und lesen können.

Die Studenten/Studentinnen-Wohngemeinschaft in Dakar

in der Studenten WG

in der Studenten WG

27 der M´Ballinger Studenten haben sich zu einem Verein zusammen geschlossen um einander zu unterstützen. Sie haben für ihre Wohngemeinschaft  eine Wohnung in Dakar gemietet und beginnen gerade, sich dort häuslich einzurichten. Die Wohnung hat, meiner Schätzung nach, zwischen 70 und 80 m2 und kostet ungefähr € 3000 pro Jahr. Diese Kosten hat Leprahilfe Senegal übernommen.  Wie dort 27 Studenten und Studentinnen wohnen sollen, kann ich mir nicht vorstellen. Bodenfläche in den drei Zimmern gibt es für etwa 15 Matratzen (10 cm Schaumstoff – Betten gibt es nicht; auch keine Schränke, Stühle, Tische). Die jungen Leute rechnen damit, dass jeweils zwei von ihnen eine Matratze teilen werden.  Einen Platz zum Schlafen zu haben ist für die Studenten der öffentlichen Universität in Dakar keine Selbstverständlichkeit.

Einige „unserer“ Studenten und deren Familienhintergrund möchte ich kurz vorstellen. Jeder Einzelne eine Erfolgsgeschichte ohne Gleichen. (Ich habe die Namen abgekürzt, weil ich auf den Datenschutz Rücksicht nehmen möchte.)


Familie B.

Beide Eltern haben Lepra / Der Vater ist Bettler in Dakar

Die drei Söhne der Familie sind, trotz allerlei Schwierigkeiten, auch gesundheitlicher Art, schulisch sehr erfolgreich. Der Jüngste besucht das College (Mittelschule) in M´Balling und ist ein hervorragender Schuler. Der Mittlere, studiert an einem College für Elektrotechnik in M´Bour im dritten und letzten Jahr und will anschließend zum Studium nach Dakar. Der Älteste studiert Englisch an der Universität in Dakar. Für die Familie wurde von Leprahilfe Senegal ein Haus gebaut, weil die alte Hütte während der Regenzeit eingestürzt war. Die Familie wird mit Lebensmitteln und Bargeldzuwendungen unterstützt.


Die Familie G.

Beide Eltern haben Lepra und sind nicht arbeitsfähig

Die jüngste Tochter ist 13 Jahre alt und geht in M´Balling zur Schule. Eine Tochter besucht ein Lycee in M´Bour. Ein weiterer Sohn hat studiert und arbeitet nun bei einer Hilfsorganisation in der Casamance. Ein Sohn arbeitet nach seinem Studium als Lehrer am College in M´Balling und ist „Gesundheitsbeauftragter“ von M´Balling. Er ist der Ernährer seiner eigenen Familie mit fünf Kindern und seiner Eltern und Geschwister. Die Familie ist sehr arm, aber sie hat sich immer um die Ausbildung ihrer Kinder gekümmert. Auch für die Familie G. wurde von der Leprahilfe ein Haus gebaut und sie wird mit Lebensmitteln und Bargeldzuwendungen unterstützt.


Die Familie K.

Der Vater hat Lepra und ist kaum arbeitsfähig / Die Mutter ist verstorben.

Es gibt 8 Kinder in der Familie! Die beiden ältesten Söhne studieren Deutsch und Englisch in Dakar. Ihre Sprachkenntnisse sind schon so gut, dass sie uns manchmal bei Dolmetscheraufgaben helfen. Diese Familie wird ebenfalls durch Patenschaften unterstützt.

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